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Essen & Trinken

Knüppel drauf und kochen

Ich mag Abwechslung in der Küche. Und ich liebe es, neue Rezepte auszuprobieren, sonst wird mir beim Kochen langweilig. Allerdings stoßen meine Kocheskapaden hausintern nicht immer auf Begeisterung … Versteh ich nicht. Ja gut, es gibt manchmal seltsame Kreationen. Manchmal weiß man nicht, was einen beim Essen so geschmacklich erwartet. Abenteuer am Küchentisch … und wenn einer Gemüse liebt und der andere Fleisch, überschneiden sich die Präferenzen nicht zwangsläufig. Aber sonst ist alles prima 🙂

Einen Preis werde ich für meine Kocherei sicher nicht gewinnen, aber ich lerne immer wieder neue Sachen. Wirklich. Ich kann jetzt zum Beispiel eine Ingwerwurzel mit dem Teelöffel schälen. Ja, ihr konntet das schon, für mich ist das frisches Wissen.
Die wichtigsten Kriterien für ein Gericht, das mein persönliches Gütesiegel bekommt, sind schnell zusammengefasst:

schnell (also ca. 30 min. und damit alltagstauglich, am Wochenende auch schon mal nicht ganz so schnell)
unaufgeregt (Ein Hoch auf die Pellkartoffeln, packt die Molekularküche und frittierten Safranfäden wieder ein!)
realistische Zutaten (die seltene spanische Wurst, die man nur durch familiäre Connections des Delikatessenhändlers an der Ecke über dessen Bruder bekommt … muss leider draußen bleiben, genauso wie exotische Gewürzmischungen, die man genau einmal braucht, die es aber leider nur in der 500g-Packung gibt).

So sieht’s aus. Aber eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus.
Bei meiner ständigen Suche nach neuen Ideen und Inspirationen (wir erinnern uns: neue Rezepte sind grundsätzlich interessant), bin ich auf einen … wie soll man es nennen … Ernährungstrend gestoßen, der mir bis dato unbekannt war. Erst dachte ich „Ihr habt ja nicht mehr alle Latten am Zaun …“, aber als ich mich näher damit befasst habe und ein bisschen Recherche betrieben hatte, war ich doch irgendwie interessiert. Der Spaß nennt sich Paleo – von Steinzeit … Ja, genauso habe ich auch erst geguckt. Die Herleitung finde ich aus Marketingsicht großartig. Das Kind braucht schließlich einen klingenden Namen und eine herzige Geschichte. Also essen wir wie die Vorfahren, die nur das auf den Teller bekamen, was sie einsammelten oder wo man mit dem Knüppel draufhauen konnte. Nette Geschichte aber nicht sooo überzeugend (ich meine, wie genau will man wissen, was die so gegessen haben. Das ist schon reichlich spekulativ und fragen kann man ja nicht mehr…).
Was mich schließlich irgendwie angefixt hat, waren die ernährungstechnischen Hintergründe mit Biochemie für Arme (also in dem Fall für mich). Das Ernährungskonzept ist so aufgebaut, dass die Mahlzeiten den Insulinspiegel weniger ansteigen lassen, und man nicht mehr ins Fresskoma fällt (in der Mittagspause schnell einen Döner und anschließend ist man zwei Stunden nicht mehr ansprechbar … kommt das bekannt vor? – vom Hörensagen natürlich). Verheißen wurden außerdem mehr Energie, weniger überflüssige Sofapfunde, Schluss mit Heißhunger (Schokolade. Jetzt!), bessere Haut, weniger Stimmungsschwankungen (wer hat Stimmungsschwankungen? WER HAT HIER STIMMUNGSSCHWANKUNGEN!), kurz, der Himmel auf Erden (ich übertreibe). Fand ich aber wirklich spannend. Vor allem den Teil mit der Energie. Der Haken an der Sache: 4 Wochen Ernährungsumstellung mit: Gemüse, Gemüse, Gemüse, Fisch, Fleisch, Eier, Obst, Nüsse. Draußen bleiben müssen leider Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und Zucker natürlich. Hoppla. Ja, das ist ne harte Nuss. Ob ich mich trotzdem darauf eingelassen habe? Dran bleiben. Schalten Sie einfach wieder ein …

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