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DIY, Paperlove

24 Tage bis Weihnachten – Tag 07

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Ich weiß nicht, wie das bei euch so ist, aber bei mir entstehen übers Jahr gefühlte Zillionen Fotos. Ein paar schaffen es in den Blog oder auf Instagram, aber die meisten schlummern nur auf der Festplatte.
Eigentlich schade. Zumal manche Fotos besondere Momente festhalten, die man mit anderen erlebt hat und solche Bilder sind natürlich wie gemacht dafür, ein persönliches Weihnachtsgeschenk zu werden …

Ein bisschen Zeit ist ja noch, deswegen wagen wir uns heute im Adventskalender mal an ein Projekt, das ich in zwei Schwierigkeitsstufen für euch ausgetüftelt habe: einen kleinen Fotoleporello (übrigens auch so ein schönes Wort, bei dem man wahlweise der Leporello oder das Leporello sagen kann – nicht dass das etwas zur Sache täte, das fiel mir nur gerade ein).

Das Format könnt ihr frei bestimmen. Ich habe meine liebsten Instagram-Bilder im Drogeriemarkt ausgedruckt und deshalb ein quadratisches Format gewählt (die Bilder sind 10 x 10 cm groß). Auf diese Maße beziehe ich mich in den Beschreibungen. Ihr passt das dann einfach euren Gegebenheiten an.

Leporello 1 – quick & easy

Leporello Karton3_klein

Material:
1 Bogen Fotokarten (50 x 70 cm, gibt es im Bastelladen bzw. Schreibwarengeschäft)
1 Blatt A4-Fotokarton in einer weiteren Farbe (oder z.B. gemusterten Scrapbooking-Karton etc.)
Masking Tape
Kleber (z.B. Klebestift)
Schere
Lineal und Bleistift

Ich wollte um meine Bilder auf jeder Seite einen Rand von 1 cm haben, also habe ich als Seitengröße 12 cm gewählt. Schneidet einen Streifen Karton von 12 cm Breite zu. Die Länge ergibt sich aus der Anzahl der gewünschten Seiten. Bei mir sind es 4, also ist der Streifen 48 cm lang.
Alle 12 cm setzte ihr eine Bleistiftmarkierung. Dort wird der Karton geknickt. Damit das gut funktioniert, rillt ihr ihn vorher. Normalerweise macht man das mit einem Falzbein, ersatzweise funktioniert auch die stumpfe Rückseite eines Messer. Lineal an der Markierung anlegen und kräftig mit dem Falzbein/Messer aufdrücken und eine Rille ziehen.

Leporello gerillt_klein

Wer genau hinschaut, entdeckt die Rille im Papierstreifen.

Abwechselnd auf der Vorder- und Rückseite rillen. Nun könnt ihr den Karton ziemlich leicht knicken. Immer abwechseln vor und zurück – im Zickzack-Falz.
Damit der Leporello etwas stabiler wird, bekommt er noch ein Cover. Und das ist das Stichwort der „quick & easy“-Methode für alle Guerilla-Bastler. Schneidet zwei Quadrate mit 12 x 12 cm (oder eurem Seitenformat) länge zu und klebt es auf die beiden äußeren Seiten des Leporellos. Damit die Kanten ordentlich werden, kommt jetzt das Maskin Tape zum Einsatz. Einen 12 cm langen Streifen Tape längs auf die Kante der Seite kleben, dabei die Hälfte oben überstehen lassen, dann nach außen umklappen und dort ebenfalls festkleben. An allen Kanten wiederholen. Fertig.
Nun könnt ihr euch überlegen, ob ihr das Cover noch verzieren wollt.
Leporello Karton Collage_klein
Ich hatte Lust auf schrill, deswegen ist meine Farbkombi auch etwas gewöhnungsbedürftig. Als Covergirl kommt eine Werbepostkarte zum Einsatz, die ich passend zugeschnitten habe. Wenn’s auch mal schräg sein darf, dann habt ihr hier die Möglichkeit, euch auszutoben.

Wem diese Version zu unspektakulär ist, der versucht sich einfach an der nächsten.

Leporello mit recyceltem Buchcover

Leporello vintage Buchcover1_klein

Das giftgrüne Cover des Buches „Reine Freude an Zimmerpflanzen“ erlebt einen zweiten Frühling – sozusagen.

Den Leporello fertigt ihr wie oben schon beschrieben. Er bekommt jetzt allerdings ein Cover aus einem alten Buch. Mir fiel dieses hässliche Exemplar in die Hände, das außerdem ein paar unschöne Flecken hatte und auch sonst definitiv ein Fall fürs Recycling war.

Für das Cover braucht ihr:
1 altes Buch (unbedingt mit Stoffeinband!)
Kleber, der sich gut verstreichen lässt (Ich bin ein großer Fan dieses Stärke-Kleisters. Riecht lecker nach Mandeln, lässt sich super auftragen und ist für solche Papierprojekte genau das Richtige).
Cutter bzw. Bastelmesser
Schere, Bleistift, Lineal

Leporello how to collage1_klein

Wenn ihr mit dem Cutter genau im Knick zwischen Buchdeckel und Buchblock entlangschneidet, könnt ihr den Einband ziemlich leicht lösen. Den Buchdeckel in der Falz zwischen Deckel und Rücken abschneiden.
Mein Cover soll ein kleines bisschen größer sein als der Leporello, also markiere ich mir die Maße 12,5 x 12,5 cm. Dann gebt ihr noch einmal je 1 cm dazu und zeichne ein zweites Quadrat. Cover an der äußeren! Linie ausschneiden (mit dem Cutter oder der Schere).
Leporello how to collage2_klein
Mit dem Cutter einen Schnitt unter das festgeklebte Leinen setzen (zwei, drei Zentimeter reichen aus). Dort den Einbandstoff abziehen und an den beiden offenen Kanten mindestens einen Zentimeter weit vom Karton lösen.
Nun könnte ihr den Karton bis zur eigentlichen Markierung zurückschneiden. Dabei den Bezugsstoff zurückschlagen, damit ihr den nicht mit abschneidet (ich weiß, wovon ich rede …).
Leporello how to collage3_klein

Den jetzt überstehenden Stoff mit Kleister einstreichen und auf der Rückseite gut andrücken.
Eine Coverseite des Leporellos gleichmäßig mit Kleber einstreichen und auf die unschöne Seite des Covers kleben. Alle Seite gut andrücken (auch hier hilft ein Falzbein, alternativ funktioniert z.B. auch ein Löffel – vorher ausprobieren, ob er abfärbt).
Eine Coverseite ist jetzt fertig.
Leporello how to7_kleinDie zweite erstellt ihr genau so. Am besten packt ihr den Leporello anschließend zum Trocknen unter ein schweres Buch, damit sich nichts wellt und alles schön eben liegt.
Mal abgesehen davon, dass ich mich an einer Stelle etwas verschnitten habe, fand ich mein Cover in diesem Zustand ziemlich dröge. Und fleckig. Und nicht so schön. Also habe ich es kurzerhand mit einem farbigen Stempelkissen bearbeitet,
Leporello how to8_klein
noch zwei Etiketten zugeschnitten (eines aus einer Innenseite des Buches und ein kleineres aus dem restlichen Karton des Leporellos) und ein Band gesucht, et voilà:
Leporello vintage Buchcover_klein
Ich hoffe, ihr habt euch von der langen Beschreibung nicht abschrecken lassen und probiert einfach mal ein bisschen herum.
Wer zwar gern einen Leporello verschenken möchte, aber weder Zeit noch Nerven für Basteleien hat, der schaut einfach mal nach den fertigen Exemplaren in meinem Shop.

Viel Spaß beim Schneiden, Kleben und Falten. Ich bin total gespannt, wie eure Leporellos aussehen (wenn ihr wollt, verlinkt sie doch einfach in den Kommentaren).

 

 

 

 

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9 Comments

  • Reply 24 Tage bis Weihnachten – Tag 07 | Lernen muss gelernt sein

    […] Nachdem es gestern bei mir die Verlosung gab, kann man nun wieder selber Geschenke basteln bei Heiter und Hurtig! […]

    7. Dezember 2015 at 06:49
  • Reply 24 Tage bis Weihnachten – Tag 07 | 100 Lieblingsstücke

    […] keine Idee für ein selbstgemachtes Geschenk ? Schau heute bei >>Annegret vorbei und lasst Euch […]

    7. Dezember 2015 at 07:08
  • Reply Lernen muss gelernt sein

    Das ist echt eine schöne Idee! Vielleicht stelle ich mir auf diese Weise mal ein paar von meinen Hochzeichtsbildern hin 😉
    LG Claudia

    7. Dezember 2015 at 08:26
  • Reply Franzy vom Schlüssel zum Glück

    Oh toll.. richtig schöne Geschenkidee und einfach nachzubasteln..
    genau das richtige für die BFF 🙂

    7. Dezember 2015 at 16:33
    • Reply sonuranders

      Definitiv das Richtige für eine gute Freundin 🙂

      7. Dezember 2015 at 20:20
  • Reply trashtorte

    Super Idee, das mek ich mir doch gleich mal und werde mir auch ein Leoprello für die Urlaubsfotos basteln. Danke! lg

    8. Dezember 2015 at 20:15
  • Reply Maren

    Was für eine schöne Idee und überhaupt ein ganz toller Blog. Hab ihn eben gerade erst entdeckt. Ich schau bestimmt bald wieder rein. Viel Erfolg für 2016 und liebe Grüße von Maren

    11. Januar 2016 at 17:41
    • Reply sonuranders

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich freu mich, wenn du mal wieder vorbeischaust.

      11. Januar 2016 at 19:42
  • Reply 10 kleine Geschenkideen zum Selbermachen {roundup} | heiter & hurtig

    […] in ein kleines Album. Wie man ein Leporello aus einem alten Buch macht, habe ich euch letztes Jahr hier […]

    5. Dezember 2016 at 07:37
  • Leave a Reply