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Essen & Trinken

Rhabarber flüssig – vom Sirup zum Cocktail

Wenn man ganz oft hintereinander RhabarberRhabarberRhabarber … sagt, wird einem irgendwann schwindlig. Das funktioniert auch, wenn man Rhabarber ganz oft schreibt. Dann sieht das Wort immer komischer aus, bis man völlig irritiert in den Duden schaut. Puh, doch richtig.

Der Blick ins Supermarktregal verrät: Es ist Rhabarber-Zeit. Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu diesem Gemüse. Als Kompott ist es „muss so“, weil man davon immer stumpfe Zähne bekommt. Und das ist ungefähr so toll wie quietschende Kreide auf der Schultafel.
Rhabarber als Schorle mag ich aber sehr. Im Rhabarberschorle-Überschwang habe ich die Tage 1 kg der Stängel mit nach Haus gebracht und dann überlegt, wie ich die am besten zu Schorle verarbeiten könnte. Ich konnte nicht. Aber dafür sind andere Getränkevariationen entstanden, die durchaus ihren Reiz haben.
Rhabarbercollage_klein
Ich habe nämlich Sirup gekocht. Zuerst einen Rhabarber-Vanille-Sirup. Der ist sehr aromatisch, war mir aber auch mit reichlich Wasser verdünnt am Ende zu süß. Also habe ich ein zweite Siruprunde nachgelegt mit weniger Zucker und dafür Erdbeeren zum Rhabarber gegeben. Damit habe ich genau meinen Geschmack getroffen. Das perfekte Erfrischungsgetränk für warme Tage (die kann ich mir zwar nach dieser Frühlingswoche mit Schnee, Regen und Schneeregen nur schwer vorstellen, aber sie kommen bestimmt).

Der süßere Rhababer-Vanille-Sirup ist dafür wieder besser für Cocktails geeignet (und für alle, die es süß mögen). Ich bin wahrlich kein besonders talentierte Cocktailmixer vor dem Herrn, aber für euch habe ich mich in den letzten Tage durch verschiedene Mischungsverhältnisse getestet (die reine Selbstlosigkeit quasi :-)) und stelle vor: Rhabarber Gin Fizz mit Vanillenote.
Rhabarber Gin Fizz_klein

Und wie wird aus dem Rhabarber jetzt der Sirup? Das geht so (Rezept für 2 Flaschen à ca. 200 ml):

Rhabarber-Vanille-Sirup
500 g Rhabarber
280 g Zucker
1 Pk. Vanillezucker
Saft einer halben Zitrone

Den Rhabarber gründlich waschen, ich habe nur ganz störrische Fasern entfernt und den Rhabarber dann in fingerbreite Stück geschnitten. Mit 500 ml Wasser in einen Topf geben und ca. 10 min köcheln, bis er zu Mus zerkocht ist. Saft und Mus durch ein sehr feines Sieb gießen, dabei das Mus ordentlich ausdrücken. Den Saft mit Zucker, Vanillezucker und Zitronensaft mischen und wieder zum Kochen bringen. So lange offen köcheln, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, evtl. noch weitere 3-5 min einköcheln lassen.
Den fertigen Sirup direkt in saubere Flaschen füllen (Bügelflaschen oder Twist-off). Fertig. Angebrochene Sirupflaschen im Kühlschrank lagern. Den Sirup einfach mit Mineralwasser aufgießen.

Rhabarber-Erdbeer-Sirup
300 g Rhabarber
200 g Erdbeeren
250 g Zucker
500 ml Wasser
Saft einer halben Zitrone

Ich habe TK Erdbeeren und die Reste des eingefrorenen Rhabarers genommen. In diesem Fall die Menge des Wassers um die Hälfte reduzieren. Ansonsten erfolgt die Zubereitung genau wie oben. Der Sirup bekommt durch die Erdbeeren übrigens eine intensivere Farbe.
(Das Mus müsst ihr am Ende übrigens nicht wegwerfen. Ich habe es wieder in die Gefriere gepackt und werde es später zum Marmeladekochen verwenden.)

Der Rhabarber hat euch zu wenig Umdrehungen? Da hilft Gin.

Rhabarber Gin Fizz
1 cl Zitronensaft
1 cl Rhabarbersirup
3 cl Gin
8 cl Sodawasser (oder Mineralwasser mit ordentlich Kohlensäure)
Eiswürfel

Sirup, Zitronensaft und Gin mit Eiswürfeln im Shaker mixen. Im Cocktailglas mit ca. 8 cl Sodawasser aufgießen. Eiswürfel dazugeben und fürs Auge noch einen kleinen Schluck Sirup nachgießen. Der setzt sich dann schön am Boden ab.

Alles nicht so dein Geschmack? Der Sirup passt auch hervorragend zu Vanilleeis und anderen Desserts.

Also dann, auf ein rhabarberfröhliches Wochenende!

 

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1 Comment

  • Reply Ein Etikett für die selbstgemachte Marmelade. Frustfrei kleben {free printable} | heiter & hurtig

    […] hab ich euch schon im vergangenen Jahr verraten. Diesmal hatte ich noch Rhabarbermark vom Sirupkochen übrig und überreife Nektarinen. Die Kombination ist so lecker, dass sie der klassischen […]

    1. Juli 2016 at 15:11
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