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Maitage

„Den Mai muss man genießen“, sagte mein Nachbar neulich. Recht hat er.
Die Tage sind lang, es grünt und blüht und zuweilen kehren schon fast sommerliche Zustände ein. In den letzten Tagen habe ich mich immer wieder selbst dabei ertappt, wie ich mit einem verzückten „Hach“ ins Grün blickte, neue Blüten bewunderte oder einfach auf dem Balkon den Vögeln bei ihrem Abendkonzert zuhörte.Frühling im Garten_Collage_klein„Ein Maitag ist ein kategorischer Imperativ der Freude.“
Klingt beeindruckender als der Spruch von meinem Nachbarn, ist von Christian Friedrich Hebbel und sagt so ungefähr das gleiche aus.

An einem langen, sommerlichen Wochenende wie dem vergangenen ist das mit dem Freuen vergleichsweise leicht. Und es kommen ja auch noch weitere lange Wochenenden im Mai. Aber ich will die Tage dazwischen genauso fröhlich genießen und mich an ihnen freuen. Das fällt mir nicht immer ganz so leicht. Aber ich übe. Morgens, wenn ich mit dem ersten Kaffee des Tages aus dem Fenster schaue. Beim Autofahren, wenn ich versuche, mich nicht zu ärgern, sondern lieber die Landschaft bewundere (und natürlich auf den Straßenverkehr achte). Im Büro, wenn ich mich mit Tatendrang an die Arbeit mache, mich über die Dinge freue, die gut funktionieren und gelassen auf die anderen schaue. Am Abend, wenn ich dem heimlichen Star des Waldes, der Singdrossel (die natürlich kein Star ist) zuhöre und dabei ein kühles Getränk genieße (ich habe gerade australisches Ingwerbier entdeckt, das mit Bier nichts gemeinsam hat, aber wirklich gut schmeckt).
Ingwer Bier_klein

Und jeden Morgen werde ich mich neu daran erinnern, diesen Maitag zu genießen und mich an ihm zu freuen.
Dafür ist er schließlich da.

 

 

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