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DIY

Filzkörbchen aus einem Stück

Kennt ihr Projekte, die wochenlang auf der langen Bank versauern? Das ist eins davon. Das passende Stück Filz hatte ich bereits im vergangenen Herbst gekauft und ich wusste auch ganz genau, was daraus werden sollte: ein Körbchen für meine Stickutensilien, die ich sonst quer über den Wohnzimmertisch verteile.
Der Plan stand, das Bild eines passenden Körbchens hatte ich mir aus irgendeiner Zeitschrift ausgeschnitten – theoretisch konnte es sofort losgehen. Aber dann passierte erst mal lange nichts. Ziemlich lange. Bis ich an diesem Wochenende in einer „Das muss aber jetzt endlich mal werden“-Aktion das Körbchen von der langen Bank holte und einfach loslegte.

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Wie sich herausstellte, ist es noch nicht mal besonders schwierig oder zeitaufwändig herzustellen. Man tut jedoch gut daran, ein bisschen weniger über den Daumen zu peilen als ich und an der einen oder anderen Stelle doch lieber mal nachzumessen. Aber der Reihe nach.

Alles beginnt mit einem großen Filzkreis. D.h. die Größe des Kreise entscheidet über die Größe des Körbchens. Mein Ausgangsmaterial bestand allerdings aus einem Quadrat. In Ermangelung eines entsprechend dimensionierten Zirkels nutzte ich Schneiderkreide, an die ich einen Faden band. Allerdings habe ich nicht besonders genau gearbeitet, deswegen ist „Kreis“ eigentlich eine Übertreibung. Mein rundes Dingens hatte jedenfalls einen Durchmesser von ca. 38 cm.
Dieser Kreis wird nun an 6 Stellen eingeschnitten. Wer eine gleichmäßige Filzschale haben möchte, teilt den Kreis in Tortenstücke mit einem Winkel von jeweils 60° ein. Wer nichts gegen windschiefe Handmade-Optik hat, peilt die Abstände über den Daumen (das führt allerdings dazu, dass man später etwas improvisieren muss *ähem*). Jedes Tortenstück schneidet man nun ca. 10 cm weit ein.

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Nun stellt man die sechs entstanden Teilstücke auf und klappt dabei immer eins nach innen und eins darüber. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Am Ende hat man drei Teile im Innern der Schale und die drei äußeren müssen sich an den Spitzen überlappen. Dort mit einer Stecknadel feststecken. Die Spitzen mit Stickgarn in Kontrastfarbe und einem großen Kreuzstich zusammennähen. Das sieht dann so aus:

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Der Rand hat eine Blütenform, was eigentlich auch sehr hübsch ist. Mir schwebte allerdings etwas anderes vor, also griff ich wieder zur Schere und schnitt den Rand gleichmäßig auf eine Höhe (es empfiehlt sich, den Rand vorher mit Schneiderkreide vorzuzeichnen – lernt aus meinen Fehlern).

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Ich wollte das Orange noch einmal auftauchen lassen, deswegen habe ich den Rand kurzerhand umstickt. Im Nachhinein gefällt mir die Schale pur allerdings besser.

Trotzdem erfüllt sie ihren Zweck und ist Sammelplatz für aktuelle Stickprojekte wie meine Buchstabenspielerei. Dazu an anderer Stelle mehr.
Die Maße meines Körbchens sind in fertigem Zustand übrigens so, dass ein Stickring mit 12 cm Durchmesser bequem darin Platz findet.

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Nachdem ich nun weiß, dass so eine Körbchen eigentlich ein Klacks ist, man aber besser nicht nur Augenmaß verwendet, werde ich es garantiert noch mal in ordentlich basteln. Außerdem fällt mir durchaus noch die eine oder andere Verwendungsmöglichkeit dafür ein. Ostern ist ja schließlich nicht mehr so weit.

Liebe Grüße
Anne

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