Warum es hilft, positive Gedanken aufzuschreiben

Weißt du eigentlich, dass deine Gedanken ziemlich viel Macht haben? Nicht im Sinne von „Ich verbiege den Silberlöffel mit der Kraft meiner Gedanken“. Aber was du denkst, bestimmt, wie du dich fühlst. Und wie es dir geht.

Kleines Beispiel: Jemand nimmt dir beim Autofahren die Vorfahrt und du musst plötzlich und scharf bremsen, um einen Unfall zu verhindern. Das sind die Fakten.
Wenn du denkst: „Was für ein A… Der hat mich doch gesehen und wollte mich ganz bewusst ärgern und ausbremsen. Wie kann man nur so ignorant sein!“, wird dich das ziemlich schnell ziemlich wütend machen.
Wenn du denkst: „Puh, noch mal gut gegangen. Was für ein Glück, dass ich so schnell reagieren konnte. Da habe ich wohl einen Schutzengel gehabt“, pulsiert trotzdem Adrenalin durch deinen Körper, du fühlst dich aber eher dankbar als wütend.

Kannst du dir aussuchen, was du in diesem Moment denkst? Nein. Dein Gehirn greift gern auf bewährte Muster zurück und deswegen triggern bestimmte Situationen zuverlässig bestimmte Gedanken und Gefühle.

Warum dein Kopf Denkmuster liebt

Dein Gehirn ist das Organ mit dem höchsten Energieverbrauch im Körper. Deswegen steht es total auf Energiesparen und verschwendet nicht gern Ressourcen. Sehr vorbildlich.
Und was spart am besten? Immer schön in ausgetretenen Pfaden laufen. Auf der breitesten Straße mit den wenigsten Hindernissen kommt man einfach am schnellsten voran.

Je öfter du bestimmte Gedanken denkst, desto breiter und tiefer wird ihre Bahn. Irgendwann wird aus einem kleinen Rinnsal ein Grand Canyon der Gedanken. Du brauchst nur die passende Startsituation und ehe du dich’s versiehst, hast du in deinem Canyon Kilometer Gedankstrecke zurückgelegt.
Das ist übrigens überhaupt kein Problem, wenn dich diese Gedanken weiterbringen. Routinen und Muster helfen ja tatsächlich dabei, viel Alltag mit wenig Aufwand zu bewältigen.

Blöd ist es nur, wenn dich diese Gedanken runterziehen. Selbstzweifel, Angst, Sorgen, Resignation … Es gibt Gedanken, die einen zuverlässig immer und immer wieder niederdrücken. Die dich scheinbar hinterrücks anfallen und dir einen Tritt in den Magen verpassen. Als wäre der eigene Kopf eine miese Gegend, in der man nachts nicht unterwegs sein will.

Sich emotional schlecht zu fühlen, ist die eine Sache. Aber deine Gedankenlage hat auch messbare Auswirkungen auf die Gesundheit. Es gibt mittlerweile Studien, die nachgewiesen haben, dass durch negative Gedanken das Level entzündungsfördernder Botenstoffe im Körper deutlich steigt. Das gilt auch andersrum: Gute Gedanken senken das Level dieser Stoffe, was sich positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirkt. Der Körper hat weniger mit Entzündungen zu kämpfen und ist fitter.

Was tun? Man kann ja nicht einfach beschließen, die Gedanken nicht mehr zu denken. Das ist wie mit Schokoladeneis. Sobald du das Wort siehst, hast du deine Lieblingssorte vor Augen, oder? Du kannst dir noch so oft sagen, du willst jetzt nicht an Schokoladeneis denken – schon taucht es wieder auf.
Du kannst deine Gedanken nicht bezwingen und brauchst das auch gar nicht erst versuchen (obwohl es sehr hilfreich und aufschlussreich ist, sie ein bisschen im Blick zu behalten).
Aber du kannst etwas anderes tun: neue Muster anlegen.

Erinnerst du dich an den Beitrag übers Finden deiner Geschichte? Du kannst dein Leben weiterschreiben. Und du kannst dir auch einen Stimmungswechsel in deine Geschichte schreiben. Und Schreiben meine ich hier sehr wörtlich.

Lege neue Gedankenmuster an

Was zieht dich nach oben, statt dich niederzudrücken? Welche Gedanken beflügeln dich und tun dir gut? Wie wäre es mit mehr Hoffnung, mehr Freude, mehr Liebe, mehr Dankbarkeit?
Nun kannst du natürlich versuchen, dich jeden Morgen vor den Spiegel zu stellen und dir zu sagen: „Ich freue mich und bin dankbar.“ Wenn du das selbst aber gar nicht glaubwürdig findest, ist der Effekt fürn Eimer. Dann antwortet dein Gehirn mit einem „Echt jetzt?“ und zieht die Augenbraue hoch (wenn es eine hätte).

Wie also kommst du an Gedanken, die dir gut tun?
Du brauchst Beweise, Fakten, die dich überzeugen.

Diese Fakten gibt es – und zwar reichlich – das Problem lieg nur darin, dass sie sich unauffällig zwischen allem Möglichen verstecken und du noch nicht geübt hast, sie zielsicher aufzuspüren. Du musst neue Fähigkeiten trainieren: Du wirst Fährtenleser. Du suchst nach den Spuren des Guten in deinem Leben.
Wie bei jeder neuen Fähigkeit ist das anfangs mühsam, aber schon nach kurzer Zeit wirst du feststellen, dass du immer besser darin wirst. Ich kann dir versprechen, dass diese kleine Verschiebung in deiner Wahrnehmung einen großen positiven Effekt auf dein Leben haben wird.

Positiv schreiben

Es wird dich als Langzeit-Blogleser (ich winke dir zu) vielleicht nicht sehr überraschen, aber der einfachste Weg dahin ist ein Journal – nennen wir es ein Gute Gedanken Tagebuch.

Wenn du regelmäßig (am besten jeden Tag) gute Dinge aufschreibst, wirst du auch immer besser darin, ihre Spur zu entdecken. Du schaffst neue Verknüpfungen und Muster in deinem Gehirn, die sich durch Wiederholung und Übung immer weiter verfestigen.
Und irgendwann ist es nicht mehr der Grand Canyon der negativen Gedanken, durch den du rutscht, sondern der mit den postiven Gedanken. Und das ist so. viel. besser.

Aus diesem Grund funktionieren Dankbarkeitstagebücher auch so gut. Wenn du immer mehr Gründe findest, um dankbar zu sein, laufen deine Emotionen automatisch hinterher und es wird schwer, sich dauerhaft trübsinnig und benachteiligt zu fühlen.

Aber es beschränkt sich nicht nur auf Dankbarkeit. Du kannst das Prinzip auf verschiedene Bereiche deines Lebens übertragen, je nachdem, wo du am meisten mit negativen Gedanken zu kämpfen hast.

Denkst du oft, dass du „das alles“ nicht schaffst oder nicht gut genug bist?
Schreibe deine Erfolge auf. Alle Dinge, die du geschafft hast und seien sie noch so unscheinbar. Du hast dich überwunden und endlich den Termin für xy gemacht? Yeah. Du hast in deinem Job ein Projekt gut abgeschlossen? Schreib es auf. Du hast endlich den Kleiderschrank entrümpelt? Du weißt schon: Schreib es auf! Vergiss die „Ach, das ist doch selbstverständlich“-Nummer. Wenn sich immer wieder Selbstzweifel bemerkbar machen, dann solltest du für dich selbst Beweise sammeln, die dir das Gegenteil vor Augen führen.

Du findest, in deinem Leben passiert nichts Schönes?
Halte alles fest, was du wertschätzt. Manchmal scheint der Begriff „Dankbarkeit“ etwas zu pompös zu sein. Ich finde es zum Beispiel wundervoll, mit einer Tasse Tee und in die Wolldecke gekuschelt auf dem Sofa zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen. Ich zerfließe dann nicht vor Dankbarkeit über Tee und Wolldecke, aber ich genieße beides und schätze es sehr.
Was schätzt du? Worüber kannst du dich freuen, was genießt du?
Du weißt schon, was jetzt kommt: Schreib es auf. Halte es fest. Und lies es nach, wenn dich der Blues überkommt.

Probiere das doch in der nächsten Woche gleich mal aus. Fang dein eigenes Gute-Gedanken-Tagebuch an.

Da ich dir den Einstieg ins positive Schreiben so einfach wie möglich gestalten wollte, habe ich etwas für dich vorbereitet: das Gute-Gedanken-Tagebuch zum Ausdrucken. Es enthält Fragen und Schreibideen für eine ganze Woche. Du musst es nur ausdrucken und kannst direkt loslegen und es ausprobieren. Und wenn es dir gefällt, wiederholst du das einfach immer wieder und lässt dich so auf gute Gedanken bringen.

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2 Kommentare

  1. Das ist so gut, Anne! Mich beschäftigt seit einem halben Jahr das Thema Struktur, Routinen, Gewohnheiten, etc. Und tatsächlich fängt alles in den Gedanken an. Danke für die guten Tipps dazu!! 🙂

    • Vielen Dank, liebe Antschana.
      Das mit den Gedanken ist ein total spannendes Thema. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Kronleuchter gehen einem auf, finde ich 🙂

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