Thanksgiving im Oktober

… und eine kreative Idee für mehr Dankbarkeit

Was wäre, wenn wir künftig einen Feiertag für Dankbarkeit in unserem Land hätten? Quasi ein deutsches Thanksgiving? Die Frage hat Heidi von Einfach mal einfach gestellt und ich war von der Idee begeistert.

Ja klar, es gibt den Erntedank-Sonntag, aber der dreht sich sehr oft um die Dinge, die auf den Tisch kommen, um das tägliche Brot (was definitiv Grund für Dankbarkeit ist!). Wer sich in der Kirche nicht so zu Hause fühlt, bekommt davon meistens gar nichts mit.

Wie wäre es also, wenn man einfach den 3. Oktober zum hiesigen Thanksgiving-Tag erklärt und sich das erst ganz leise und dann immer mehr ausbreitet? Wenn immer mehr Leute nicht nur den freien Tag bejubeln, sondern erleben, dass Dankbarkeit eine sehr, sehr große Sache ist? Und wenn sie das vielleicht sogar feiern?

Ich glaube, dass unsere Welt ganz dringend Dankbarkeit braucht und Menschen, die einen Gegenpol setzen zum Dauergenörgel und Genöle.

Dankbarkeit ist nämlich eine unterschätzte Superheldenkraft. Sie ist auf den ersten Blick sehr klein und unscheinbar, zieht aber Kreise und hat eine ganze Menge Wumms.
Du bist nicht so richtig überzeugt? Hier sind 5 Dinge, die Dankbarkeit in deinem Leben ändert:

Du wirst aufmerksamer

Auf der Suche nach Dingen, Menschen und Momenten, für die du dankbar bist und dankbar sein kannst, musst du die Augen offen halten. Du musst gut beobachten und dir ein bisschen Zeit nehmen, um über dein Leben oder wenigstens über den Tag heute kurz nachzudenken. Und wenn du das immer wieder machst, vielleicht sogar regelmäßig (einmal die Woche, einmal im Monat), wirst du von ganz alleine aufmerksamer – du musst dich noch nicht einmal anstrengen.

Du wirst entspannter

Wenn du eine Weile Dankbarkeit sammelst und dir die Liste anschaust, die entstanden ist, wirst du eine Sache bemerken: Da stehen sehr viele Dinge drauf, für die du überhaupt nichts kannst. Die wurden dir einfach so geschenkt. Talente, Freunde, Umstände, Liebe. Hast du einfach so bekommen. Und wenn das in der Vergangenheit so war, liegt die Vermutung nahe, dass du auch in der Zukunft viele Dinge geschenkt bekommst, für die du dankbar sein kannst. Dieser Gedanke entspannt doch ziemlich, oder?

Du kannst gönnen

Weil du weißt, dass du in deinem Leben wirklich viel Gutes bekommen hast, kannst du dich über das Gute, das andere erleben, mitfreuen. Du kannst gönnen. Schließlich weißt du, dass du selbst reichlich beschenkt wirst und wurdest. Mit Dankbarkeit im Herzen lässt sich nur schwer neidisch sein.

Du wirst sympathischer

Mal ehrlich, mit wem würdest du lieber Zeit verbringen: Mit einer Person, die verbissen um jedes Stückchen des vermeintlichen Glücks kämpft, die Ellenbogen ausfährt und immer neidisch auf das blickt, was andere haben? Oder mit jemandem, der Zufriedenheit ausstrahlt und die Dinge schätzt, die er in seinem Leben hat? Eben.

Du wirst glücklicher

Du weißt nämlich, welche großartigen Menschen, Fähigkeiten oder Momente es in deinem Leben gibt. Und deswegen kannst du dich auch bewusst daran freuen und mehr Platz schaffen, damit sie zur Geltung kommen. Das ist übrigens ein positiver Effekt, der sich selbst verstärkt. Doppelt gewonnen.
Oder um es mit einem ziemlich alten Herren zu sagen:

Es sind nicht die Glücklichen, die dankbar sind, sondern die Dankbaren, die glücklich sind.
(Francis Bacon)

Klingt  alles ziemlich cool, oder?

Die spannende Frage: Wie wird man nun zu einem dankbaren Menschen?
Durch Übung.
Ein dankbarer Lebensstil ist nichts weniger als eine komplette Veränderung deines Blickwinkels. Solch einen Shift bekommt man nicht mal locker nebenbei hin. Aber das musst du auch nicht. Du kannst ganz klein anfangen und diese kleinen Veränderungen summieren sich sehr schnell.

Für Dankbarkeit musst du dir ein wenig Zeit nehmen und wirklich hinsehen. Du fängst an, nach den Schätzen in deinem Leben zu graben. Oft sind sie wie kleine Münzen direkt vor deiner Nase quasi auf dem Gehweg verteilt. Manchmal kostet es jedoch auch ein bisschen Mühe, sie auszugraben. Und sogar im Dreck, an Stellen an denen du das nie vermutet hättest, kann sich ein Segen verstecken.

Noch konkreter? Wie wäre es mit einer ganz praktischen Übung? Ich mag es, wenn man solche Themen ganz handfest werden lassen kann. Und hier verbindet sich Farbe und Kreativität mit Dankbarkeit. Vielleicht hast du an diesem freien 3. Oktober Zeit für ein kleines, ganz konkretes Dankbarkeitsprojekt?

Dankbarkeit im Art-Journaling-Stil

Dankbarkeit Aquarell Bild, Gratitude Mandala

Die Idee für diese Art des Gestaltens habe ich bei der Künstlerin Cassia Cogger gefunden. Und ich fand die so gut, dass ich sie unbedingt selbst ausprobieren musste. Und vielleicht hast du ja auch Lust drauf.

Material

  • Aquarellfarben
  • Aquarellpapier
  • Pinsel
  • Gelstift, weiß
  • Zirkel oder Kreisschablone

Bevor du beginnst

Es kommt hier überhaupt nicht darauf an, irgendwas richtig zu machen. Jedes Mal, wenn man solch ein Motiv gestaltet, wird es anders aussehen. Und das soll auch so sein. Es geht mehr um den Prozess als um ein fertiges Bild. Also hab einfach Spaß mit Farben und experimentiere mit dieser Form des kreativen (Dankbarkeits-)Tagebuchschreibens.

Tipp: Wenn du Tagebuch führst oder sogar ein Art Journal, dann schneide dein Aquarellpapier auf die passende Größe zurecht. Ich habe das lose Blatt mit Maskingtape auf eine Schneideunterlage geklebt, damit es sich beim Trocknen nicht zu sehr wellt.

Den Hintergrund gestalten

Überleg dir vor dem Malen schon ein paar Dinge, für die du dankbar bist. Und dann entscheide dich aus dem Bauch heraus für Farben, die dich spontan ansprechen.
Diese Farben verdünnst du mit Wasser und lasierst damit den Hintergrund. Die unterschiedlichen Farbtöne können ruhig wild ineinander laufen und sich mischen. In der Mitte des Blatts bleibt eine Fläche weiß.

Wenn der Hintergrund trocken ist, zeichnest du in der Mitte einen Kreis vor. Dafür kannst du einen Deckel, eine Schablone oder ganz old school einen Zirkel nehmen. Den Kreis malst du mit weißem Gelstift nach. Ich habe spontan noch ein paar Farbspritzer auf dem Blatt ergänzt.

Den Kreis gestalten

Im Gegensatz zum Hintergrund malst du den Kreis komplett mit klarem Wasser aus und gehst dann mit dem Pinsel in die Farbe deiner Wahl und zeichnest die Farbe unverdünnt direkt aufs Wasser. Auf diese Weise werden die Farben im Kreis kräftiger und leuchtender als am Rand. Wenn dein Kreis sehr groß ist, kannst du auch in Abschnitten vorgehen, damit die eine Hälfte nicht schon trocknet, bevor du mit der anderen fertig bist.

Die Farbe wieder komplett trocknen lassen. Wenn dir das Ergebnis noch nicht farbig genug ist, kannst du auch eine zweite Schicht darüber malen.

Deine Dankbarkeitsliste

Jetzt kommen die Worte. Nimm den Gelstift und fang auf dem Hintergrund rings um den Kreis an, alles aufzuschreiben, wofür du gerade dankbar bist. Fang einfach irgendwo an. Wenn du mit einem Thema beginnst, wandern die Gedanken meistens von einer Sache zur andern und dir fallen immer mehr Dinge ein. Das ist gut so. Du darfst vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen. Und du darfst in mehreren Lagen deine Worte übereinander legen. Am Ende bilden sie nämlich eine Art Muster oder Struktur.

Ich habe meine erste Lage Wörter klassisch von links nach rechts geschrieben. Die zweite Lage habe ich kreisförmig rings um die Mitte angeordnet.

Am Ende hebt sich der Kreis in der Mitte sehr deutlich vom nun noch helleren Hintergrund ab. Du kannst vermutlich nicht mehr alles lesen, was du geschrieben hast. Aber ich wette, dass sich während des Malens und Schreibens deine Stimmung verändert hat. Du bist ruhiger geworden und wahrscheinlich auch fröhlicher. Und dir ist eine Menge eingefallen, wofür du dankbar sein kannst. Und das ist schön. So schön wie dein Bild.

 

 

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