Marmelade braucht ein Etikett. Und natürlich recycle ich Gläser, um sie später wieder mit selbst gemachter Marmelade zu füllen. Aber ganz oft bin ich davon genervt, dass die alten Etiketten noch nicht mal in der Spülmaschine abgehen. Das muss doch besser gehen!
Ich habe also mit Lebensmitteln experimentiert, um deren Klebekraft zu testen und dabei erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Das alles kam so:
Seit einiger Zeit koche ich ein paar Mal im Jahr Marmelade. Es fing harmlos mit Erdbeeren an. Mittlerweile haben wir nicht weit von zu Hause entfernt meterlange Brombeersträucher. Und habe ich die Schlehen schon erwähnt oder den Baum mit Wildbirnen …?
Die Gläser stapeln sich ab Jahresmitte im Vorratsregal, aber da wir während der anderen Jahreshälfte kräftig reduzieren, bleibt alles im Fluss.

In der Übergangszeit sammle ich alles, was sich als Marmeladenglas zweitverwerten lässt und natürlich werden leere Marmeladengläser auch wieder dem Kreislauf zugeführt. Wenn sich bloß die Etiketten auch wieder ablösen ließen …
Also habe ich das Internet gefragt und diverse kreative Möglichkeiten gefunden, eigene Etiketten aufzukleben und – besonders wichtig! – nach Verzehr der Marmelade auch ganz schnell mit Wasser wieder ablösen zu können.
Drei Methoden schafften es in die aktive Testrunde, nicht alle konnten überzeugen.
Test 1: Milch
Das hat mich wirklich überrascht, aber es funktioniert hervorragend. Die Rückseite der Etiketten mit Milch einstreichen, aufs Glas kleben. Hält.
Nachteil: Man sollte die Etiketten nur vorsichtig andrücken, sonst verschmiert man ggf. die Druckertinte (außer natürlich, ihr habt für die Etiketten einen Laserdrucker benutzt).
Test 2: Stärke
Für diverse Papierarbeiten mache ich mir regelmäßig meinen eigenen Stärkekleister. Allerdings muss der gekocht werden. Beim Recherchieren stieß ich auf den Tipp, man könne auch einfach Stärkemehl mit Wasser verrühren und damit die Etiketten ankleben. Nope. Geht nicht. Man kann sie zunächst tatsächlich ankleben, wenn alles getrocknet ist, fallen sie über Nacht aber wieder ab.
Test 3: Gummibärchen
Der kreativste Ansatz und der klebrigste. Ein Gummibärchen in eine kleine Tasse geben, etwas heißes Wasser darüber kippen und so lange rühren, bis sich das Gummibärchen aufgelöst hat. Mit der Gelatineflüssigkeit die Rückseite des Etiketts einstreichen, aufs Glas kleben. Hält. Pro-Tipp: Nur die weißen Gummibären nehmen, sonst hat man Farbflecken auf dem Etikett.
Auch hier muss man beim Andrücken etwas vorsichtig sein, damit man die Beschriftung nicht verschmiert.
Milch und Gummibärchen funktionieren beide übrigens gut direkt auf Glas. Um alte Etiketten zu überkleben, sind sie nur bedingt geeignet. Hier hilft der gute alte Klebestift.

Das ist ein kleiner Teil vom Ergebnis meiner Kochwut. Die Etiketten habe ich spontan selbst gezeichnet, digitalisiert und mehrfach ausgedruckt. Wer mag, findet hier eine PDF mit 8 Etiketten zum Selbstausdrucken.
Diesmal hatte ich noch Rhabarbermark übrig und überreife Nektarinen. Die Kombination ist so lecker, dass sie der klassischen Erdbeermarmelade fast den Rang abläuft.
Einfach 1 Kilo Obst (je ca. 1/3 Erdbeeren, Nektarinen, Rhabarbermus) geputzt in einen großen Topf geben und pürieren. 500 g Gelierzucker dazu (2:1). 3 Minuten sprudelnd kochen und anschließend heiß in Gläser füllen. Meine neue Lieblingssorte.

P.S. Wenn du noch einen Geheimtipp zum Ankleben von Etiketten hast, dann verratet ihn mir doch in den Kommentaren.

Vielen Dank fuer Deine tollen Anregungen!
Liebe Gruesse Monika
Danke, heute habe ich zum erstenmal Etiletten gedruckt. Hab schon einiges probiert, aber ihres war einfach zum machen für einen Anfänger.
Mit einfachem wasserlöslichen Tapetenkleister (gibt’s als Pulver zum Anrühren im Baumarkt) müsste das Ankleben und Ablösen doch auch einfach sein.
Hallo Anne,
oh ja, Früchte aus dem Garten in haltbaren Genuss verwandeln, liebe ich auch. Die Etiketten gestalte ich mit eigenen Fotos meiner Früchte + Kennzeichnung in einer schönen Schrift im open office writer Tabellenprogramm. Ist relativ einfach. Und mein Kleber? Pritt oder Uhu Klebestift, der sich in wenigen Sekunden im Spülwasser wieder ablösen lässt. Ois easy, wie die Bayern sagen. Viel Spaß beim Nachmachen. Birgit