Notizblöcke selber machen

Für To-do-Listen, Einkaufszettel oder Notizen mit persönlicher Note

Ich schreibe mir regelmäßig To-do-Listen. Das gibt mir das gute Gefühl, irgendwie den Überblick zu behalten. Allerdings habe ich die dumme Angewohnheit, mir grundsätzlich mehr aufzuschreiben, als ich tatsächlich schaffen kann. Nicht, dass ich besonders viel Spaß an zusätzlichem Stress hätte, aber ich tappe immer wieder in die gleiche Falle und denke: „Der Tag ist ja noch jung und man könnte doch so viel erledigen.“
Und wie das am Ende des Tages ausgeht, wissen wir wahrscheinlich alle …

Warum es viel besser ist, kleine Notizblöcke zu nutzen und wie man die einfach und schnell selber machen kann, daraum geht es in diesem Beitrag.

Abreißblock mit Klebebindung – die Anleitung

Diese niedlichen kleinen Blöcke gibt es in allen möglichen Farben und Designs und Größen und sie sind total praktisch. Noch besser: Du kannst sie ziemlich einfach selber machen, du brauchst dafür nur eine Geheimzutat (und es funktioniert auch mit einer improvisierten Geheimzutat, ich habs getestet).

Material

  • dünne Pappe
  • Schreib- oder Skizzenpapier für den Block
  • Papier fürs Cover
  • Dispersionskleber (Details erkläre ich im Text)
  • Papierkleber
  • Schere und/oder Rollschneider
  • Lineal, Bleistift, Leimpinsel

Papier und Pappe zuschneiden

Wähle ein Format für deinen Notizblock.
Schneide dein Papier auf dieses Format zu und zwar so viele Blätter, wie du eben in deinem Block haben möchtest. Auch die Pappe schneidest du entsprechend zu.
Nur das Coverblatt wird etwas länger (ca. 2-3 cm). Wenn dein Block besonders dick wird, solltest du das Cover besser genau ausmessen. Die Breite ist die Breite des Blocks. Höhe: Höhe des Blocks + Blockstärke inkl. Pappe + 1,5 cm.

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Block leimen

In diesem Schritt brauchen wir die Geheimzutat. Notizblöcke und Abreißblöcke haben eine spezielle Klebebindung (Taschenbücher übrigens auch). Um die selbst zu machen, brauchst du einen Dispersionsklebstoff (der enthält Kunstharze und trocknet flexibel aus, deswegen kann man ihn auch so schön biegen und knicken). Profis nutzen Planatol, das ist ein Buchbinderleim, den man im Künstlerbedarf bekommt – i.d.R. in Gebinden ab 1 kg.
Du kannst beim nächsten Baumarktbesuch mal fragen, ob die Dispersionskleber haben (ich habe vor Jahren mal in der Malerecke welchen gefunden, der recht brauchbar war) und einfach damit experimentieren.
Oder – und das habe ich für dich ausprobiert – du nimmst die Heißklebepistole. Das sieht nicht so schön aus, funktioniert aber leidlich.

Lege das Papier für den Block auf die Papper und stoße alles ein paar mal leicht auf den Tisch auf – so gehst du sicher, dass alle Blätter genau an einer Kante liegen.
Halte den Block mit Foldback-Klammern zusammen.

Mit einem alten Pinsel streichst du nun die Kante inklusive Pappe gleichmäßig mit Kleber ein. Der ist flüssig weiß, trocknet aber transparent.
Pinsel immer sofort auswaschen, Dispersionskleber ist nicht wasserlöslich und der Pinsel sonst im Eimer.

Mit der Heißklebepistole sieht das Ergebnis übrigens so aus wie unten. Nicht ganz so schick, aber es geht.

Umschlag befestigen

Wenn die Klebebindung trocken ist (das geht bei Dispersionskleber ziemlich schnell), legst du das Umschlagpapier auf den Block und knickst es so, dass es über den Rücken des Blocks auf die Rückseite reicht.
Dort klebst du es mit normalem Bastelkleber fest.

Beim Umschlagpapier kannst du übrigens kreativ werden. Gestalte dein Cover selber oder nutze Reste von schön bedruckten Papieren.

Fertig ist dein Abreißblock. So wie oben sollte er am Ende aussehen: Die Blätter sind miteinander und mit der Pappe verbunden, der Umschlag lässt sich komplett zurückklappen. Die Seiten deines Notizblocks kannst du umblättern oder ganz einfach abreißen.

Warum du besser kleine To-do-Blöcke nutzen solltest

Ich habe vom Bücherbinden und Papierzuschneiden ganz oft noch Papierreste übrig. Viele sind zu klein zum Aufbinden, aber zu groß, um sie einfach wegzuschmeißen. Daraus lassen sich mit wenig Aufwand die besten Notizblöcke machen. Aber nicht nur das ist ein Grund für kleine To-do-Blöcke.

Man hat festgestellt (also Leute, die sich intensiv mit Produktivität & Co beschäftigen), dass man nicht mehr als drei wirkliche Aufgaben am Tag erledigen kann. Nicht solche Dinge wie mal eben die Spülmaschine ausräumen, sondern komplexere Aufgabe mit mehreren Schritten.

Wenn du deine To-do-Blöcke also nicht zu groß machst, passen auch wirklich nur deine Top 3 „To dos“ auf einen Zettel. Und die behältst du dann immer ganz easy im Blick.

Selbstgemachter Notizblock mit To-dos

Das hilft gegen Stress bei zu langen To-do-Listen

Natürlich füllen sich meine To-do-Listen auch viel zu schnell mit den ganzen Kleinkramdingen, die ja auch erledigt werden müssen. Und manchmal habe ich das Gefühl, für jeden Punkt, den ich erledigt habe, kommen zwei neue dazu.

Dann komme ich mir vor wie bei „Der Herr der Ringe“, wo es so schön heißt „Ein Ring, sie zu knechten …“
Nur dass es kein Ring ist, sondern ein Ding: meine To-do-Liste.

Das hilft mir dann:

1. Ich betrachte die To-do-Liste als das, was sie tatsächlich ist: ein Hilfsmittel, um mir einen Überblick über anliegende Aufgaben zu verschaffen.

2. Wenn ich angesichts der Menge meiner offenen To-dos das Gefühl bekomme, nichts geschafft zu haben, dann schreibe ich mir eine Hab-ich-schon-erledigt-Liste. „I did it“ statt „To do“. Da kommt dann all das drauf, was ich den ganzen Tag erledigt habe. Kleine Aufgaben und große. Und meistens kommt sehr viel zusammen. Dann bin ich ein bisschen stolz auf mich, auch wenn auf der anderen Liste auch noch ziemlich viele Punkte stehen. Egal, die dient ja nur dem Überblick und morgen ist auch noch ein Tag …

Notizblock bzw. Kellnerblock aufgeschlagen

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