Sketchnotes aus dem Urlaub

Wie dein Reisetagebuch zum Sketch-Journal wird

Wie kann man Erlebnisse kompakt und ein bisschen künstlerisch festhalten, vielleicht mit Handlettering-Elementen, kleinen Bildern oder ein paar Skizzen? Und Text muss natürlich trotzdem rein. Und das alles bitte auf einer Seite …

Ich habe wieder mit Tagebuchseiten und dem Festhalten von Erinnerungen experimentiert und nehme dich heute mit nach Sizilien. Ja, gut, natürlich nicht wirklich, aber ich zeige dir, was man aus Reisetagebüchern noch machen kann, wenn man etwas Zeit und Muße mitbringt. Und dafür habe ich ausführlich in meinen Sizilien-Erinnerungen gestöbert.

Reisetagebuchseiten gestalten mit Schrift und Skizzen

Zugegeben, solche Seiten zu gestalten, braucht etwas Zeit und ist vielleicht auch nicht das Erste, was einem zum Thema Tagebuch in den Sinn kommt. Allerdings hat es fast etwas Meditatives, wenn man Puzzlestück für Puzzlestück die Sketch-Journal-Seite erstellt.
Vergiss Ausmalbilder – das ist viel besser :-). Was ich außerdem festgestellt habe: Man muss (und kann) noch mal intensiv in die eigenen Erinnerungen eintauchen, um herauszufinden, welche eigentlich die Momente waren, die einen am meisten beeindruckt oder berührt haben. Genau diese Erinnerungen werden beim Gestalten (und später beim Ansehen der Seite) wieder sehr lebendig.

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Übrigens habe ich diese Sketch-Journal-Seiten nachträglich in mein Reisetagebuch eingefügt. Und das ging auch nur deswegen so gut, weil ich mir unterwegs ausführlich Notizen gemacht hatte. So konnte ich auch Wochen später ohne Probleme die eindrücklichsten Momente auswählen (und bekam beim Durchblättern des Reisetagebuchs noch viele weitere Ideen).

Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, wie ich das Ergebnis nennen soll. Es enthält Sketchnote-Elemente und nimmt Anleihen am Sketch-Journaling. Für beides habe ich nicht mal im Ansatz deutsche Entsprechungen gefunden. Wenn du einen Begriff dafür hast, dann schreib ihn gern in die Kommentare. So lange bleibe ich behelfsweise bei Sketch-Journal.

Namen hin oder her, du willst vielleicht wissen, wie so eine Seite entsteht. Das zeige ich dir jetzt:

Schritt 1: Eine Liste mit Wörtern erstellen

Am schwierigsten fand ich es, einen Anfang und roten Faden für meine Seite zu finden. Was hilft: eine Liste mit Wörtern zu erstellen.
Für den Sizilienurlaub wollte ich eine Einstiegsseite gestalten und habe mir die Momente, Orte und Eigenheiten notiert, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Von dieser Liste habe ich einzelne Wörter als Blickfang-Wörter ausgewählt. Die kommen groß und besonders gestaltet auf die Seite und geben die Themen vor.

Für meine A6-Seite habe ich 2 Blickfang-Wörter gewählt (Sizilien und Barock) und zwei weitere Unterthemen, die etwas kleiner auftauchen.

Schritt 2: Ein Raster zeichnen

Du brauchst einen Plan, damit du deine Elemente sinnvoll auf der Seite unterbringen kannst. Sonst ärgerst du dich am Ende, dass du zu wenig Platz hast oder deine Blickfang-Wörter viel größer hättest schreiben können …

Unterteile die Seite in Felder und skizziere mit Bleistift, was in welcher Größe in welches Feld soll. Während des Malens und Schreibens entwickeln Ideen gern ein Eigenleben und ich habe mich hier und da noch umentschieden. Das ging ohne Probleme, weil der Gesamtaufbau der Seite klar war – so lässt sich leichter improvisieren.

Die Sizilien-Seite ist am Ende fast so geworden wie geplant. Die rechte Seite dagegen, hat ein ziemliches Eigenleben entwickelt. Beim Ausgestalten habe ich mich entschieden, mich komplett auf Syracus zu konzentrieren. Die Rasterfelder sind allerdings geblieben.

Dein Raster erstellst du, indem du einerseits die Hauptwörter auf der Seite platzierst und dir gleichzeitig Gedanken machst, wie du die Themen illustrieren möchtest. Folgende Elemente kannst du z.B. in deine Seite integrieren:

  • Skizzen, Kritzeleien, Doodles
  • geschriebener Text
  • Bilder, Ausschnitte, Wappen … aus gesammelten Tickets und Broschüren
  • Symbole, Sticker, Washitape

Beginnen mit dem wichtigsten Wort und setze es an eine zentrale Stelle. Dann überlegst du, was gut dazu passen würdest und fügst entsprechen viele Felder hinzu.

Tipp: Zwei fertige Raster als Vorlagen zum Ausdrucken gibt es als Bonuslektion im Reisetagebuch-Kurs.

Schritt 3: Schriften auswählen

Für deine Blickfang-Wörter brauchst du eine passende Schrift. Du kannst sie entweder schlicht in Druckbuchstaben deiner Handschrift schreiben – oder du suchst dir Schriftarten aus, die die Aussage unterstreichen oder für eine bestimmte Stimmung sorgen.

Spannende Seiten erhältst du schon allein dadurch, dass du die verschiedenen Gruppen von Schriften kombinierst: Schreibschriften, Schriften mit Serifen (die Füßchen an den Strichenden) und Schriften ohne Serifen. Und wenn du dann Wörter komplett in Großbuchstaben oder mal nur in Kleinbuchstaben schreibst, hast du schon ein große Bandbreite an Möglichkeiten.

Mein Sizilien-Schriftzug orientiert sich an klassischen römischen Inschriften – das passte für mich einfach gut zu Amphitheatern und römischen Ruinen, die wir besichtigt haben.
Das zweite Hauptwort „Barock“ hat passend zum Kunststil viele Verzierungen und eine goldgelbe Farbe bekommen.

Ideen für Schriftarten bekommst du oft schon, wenn du die Broschüren und Tickets von deiner Reise durchsiehst. Oder du googelst nach Schriften zu einem Thema.

Schritt 4: Die Felder füllen

Jetzt kommt der Spaß: Du füllst dein skizziertes Raster mit Leben und gestaltest die einzelnen Felder. Fang am besten mit den Schwerpunkt-Wörtern an und arbeite dich von oben nach unten durch die Seite – so verschmierst du nichts mit der Hand.

Work in Progress.

Während du Feld für Feld mit Buchstaben, Texten, Bildern oder Skizzen füllst, wirst du die eine oder andere Idee mit Sicherheit noch einmal anpassen. Manchmal brauchst du doch mehr oder weniger Platz als geplant oder die fällt noch etwas Besseres ein.

Arbeite dich systematisch durch die Seite. Erst die Blickfangwörter bzw. die größeren Elemente, dann die dazu passenden Ergänzungen wie Texte oder Skizzen.

Schritt 5: Details ergänzen

Wenn alle Felder fertig gestaltet sind, radierst du alle Bleistiftlinien aus.
Dann wirfst du noch einmal einen prüfenden Blick auf die Seite: Gibt es komische Löcher? Fehlt noch irgendwas? Kann man Elemente besser miteinander verbinden?
Je nachdem kannst du noch weitere Elemente wie Pfeile, Symbole, Minimotive oder Wörter ergänzen.

Die Seite zum Syrakus-Ausflug. Links sind die wichtigsten Elemente an ihrem Platz. Rechts ist die Seite komplett. Details, die ich am Schluss noch eingefügt habe sind die Fußspuren oben links, die Papyrus-Symbole in der Mitte und das kleine Papierboot am unteren Rand.

Details, die ich später noch auf der Sizilien-Seite ergänzt habe: der Doppelpfeil, der vom Barock zu den entsprechenden Städten weist, der Pfeil beim Kaffee und das kleine Flugzeug, das gleichzeitig I-Punkt spielt.

Und jetzt du: Probier es einfach mal aus. So schwer ist es gar nicht. Und wenn du glaubst, dass du nicht zeichnen kannst, dann helfen dir Stempel oder Sticker weiter.

Mit dem Sketch-Journaling kannst du nicht nur deine Reiseerinnerungen festhalten. Es ist auch ein spannender Weg, um Wochen- oder Monatsrückblicke im normalen Tagebuch festzuhalten.
Oder du wirst ganz kreativ und probierst aus, wie sich die Methode auf andere Themen übertragen lässt. Geburtstagswünsche? Dein Gartenjahr? Probier es aus!

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